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veranstaltungsreihe

Gedenkmonat 2019

Dienstag, 07. Mai 2019, 19:30 UHR

Jüdischer Kosmopolit mit Hamburger Wurzeln

Wolfgang Hildesheimer (1916-1991)

Vortrag und Lesung von Charlotte Böhm



Seine Wiege stand auf der Elbinsel Wilhelmsburg. 1945 führte ihn sein Lebensweg aus Palästina über England zurück nach Deutschland. Hier war er als Simultanübersetzer bei den Nürnberger Prozessen tätig. Mit seinem Werk, in dem er versuchte, Dichtung, Musik und bildende Kunst zu verbinden, prägte er die deutsche Nachkriegs-Literatur entscheidend. Als Autor von „Tynset“, „Lieblose Legenden“ und einer Mozart-Biographie war er auch ein führender Vertreter des absurden Theaters.

 

Zu seinem 100. Geburtstag etablierte ihn Stephan Braese, Professor für europäisch-jüdische Literatur in Aachen, wieder in der Gegenwart. In der Biographie „Jenseits der Pässe“ zeichnet er Hildesheimers spannungsreiches Leben nach und gibt neue Einblicke in das Wirken eines Kosmopoliten, der sich immer wieder engagiert in die politisch-gesellschaftlichen Diskurse einmischte.

 

Wolfgang Hildesheimer
Foto: Jerry Bauer/Suhrkamp Verlag

 

Charlotte Böhm ist Journalistin und lebt in Hamburg.

Eintritt: freiSpende erbeten

Montag, 29. April 2019, 18:30 UHR

Arbeiterwiderstand in Hamburg 1940–1945

Lesung und Vortrag mit Ilse Jacob



Ilse Jacob ist die Tochter von Franz und Katharina Jacob. Ihr Vater Franz wurde im KZ ermordet. Seine Frau Katharina überlebte und kämpfte nach 1945 weiter gegen Faschismus und Krieg. Ilse Jacob berichtet über ihre Eltern und deren Mitstreiter und hält damit die Erinnerung an den Widerstand wach.

 

Cover: VVN-BdA Hamburg

Ilse Jacob, geb. 1942 in Hamburg, pensionierte Lehrerin.

Eintritt: freiSpende erbeten

 

Eine Veranstaltung der VVN-BdA Hamburg-Eimsbüttel in Kooperation mit der Geschichtswerkstatt Eimsbüttel

Dienstag, 16. April 2019, 18:00 UHR

„Ich war ‚rassisch halb’“

Dokumentarfilm 1989

Filmvorführung mit Einführung von Beate Meyer



In dieser Dokumentation erzählen zwei Eimsbütteler von der Zeit zwischen 1933 und 1945. Beide wuchsen als jugendliche „Halbjuden“ in die NS-Zeit hinein: Sie litten unter ihrer eigenen, immer stärker werdenden Diskriminierung und unter der Verfolgung ihrer Eltern. Insbesondere fürchteten sie um die jüdische Mutter bzw. den jüdischen Vater. In den 1940er-Jahren zog sich die Schlinge noch fester zu: Während die jüdische Mutter des einen Zeitzeugen Zwangsarbeit leistete, war der jüdische Vater der anderen Zeitzeugin bereits nach Auschwitz deportiert und ermordet worden. Aber auch die jungen Leute selbst waren bedroht, mussten Zwangsarbeit leisten und wegen Beziehungen zu „Ariern“ drohte die Verhaftung wegen „Rassenschande“. Doch beide hatten das Glück zu überleben. Sie berichten im Film jeweils am Ort des Geschehens von den Ereignissen und den kleinen Fluchten, die sie sich trotz allem erkämpften.

 

Beate Meyer erzählt eingangs, wie die Idee zu dem Film entstand und wie dieser in Zusammenarbeit mit der damaligen alternativen Videogruppe „Stadtjournal“ realisiert wurde.

 

V. li. n. r.: Rainer Korsen (Ton), Gabi
Oberstenfeld (Kamera), Inge Hutton
(Zeitzeugin), Beate Meyer (GWE).
Foto: S. Baumbach

„Ich war ‚rassisch halb’“

Beate Meyer/Stadtjournal Hamburg 1989,

in einer 2019 neu überspielten, digitalen und restaurierten Kopie

32 Min.

Eintritt: freiSpende erbeten

 

Veranstaltungsort:

Filmraum

Müggenkampstraße 45

Dienstag, 19. März 2019, 20:15 UHR

Solo Sunny (1980)

Filmseminar mit Einführung im Rahmen unserer Verstantaltungsreihe:

Zwischen „Volksmassen“ und „Persönlichkeit“ - Menschenbilder im sozialistischen Film der DDR 1954-1980



Die frühere Arbeiterin Ingrid, „Sunny“, hat es – so scheint es – geschafft. Sie tourt als Schlagersängerin mit einer Band über die Dörfer und tritt in Klubhäusern und auf Festen auf. Allerdings kommt die Künstlerin mit ihrem Privatleben nicht klar. Der Film über eine Außenseiterin in der DDR basiert auf der Lebensgeschichte von Sanije Torka, die im Film nicht erwähnt wird. Gedreht wurde bevorzugt in Abrisshäusern in Prenzlauer Berg, einer Gegend, die dem Drehteam besonders geeignet erschien, Raum und Atmosphäre der eigenwilligen Sängerin in Szene zu setzen. Letztendlich wird gefragt: wie können Glücksansprüche im DDR-Alltag verwirklicht werden? Wie kann ein Ausbruch des Einzelnen aus der „geschlossenen Gesellschaft“ der DDR gelingen? „Solo Sunny“ war der letzte Spielfilm des vielleicht bedeutendsten Regisseurs der DDR, Konrad Wolf. Sowohl im In- als auch im Ausland wurde er ausgezeichnet. Bei der Berlinale 1980 erhielt er den Filmkritikerpreis und Renate Krößner einen Silbernen Bären als beste Darstellerin. In der DDR erhielt der Film einen Kritikerpreis.

 

Regie: Konrad Wolf, Wolfgang Kohlhaase;

Drehbuch: Wolfgang Kohlhaase, Dieter Wolf

Konrad Wolf 1970.
Foto: Klaus Franke (Bundesarchiv Bild 183-J0325-0024-001)
Eintritt: freiSpende erbeten

 

Veranstaltungsort:

Filmraum

Müggenkampstraße 45

Dienstag, 12. März 2019, 20:15 UHR

Jakob der Lügner (1974)

Filmseminar mit Einführung im Rahmen unserer Verstantaltungsreihe:

Zwischen „Volksmassen“ und „Persönlichkeit“- Menschenbilder im sozialistischen Film der DDR 1954-1980



Der Film, der sich stark an der Romanvorlage Jacob der Lügner von Jurek Becker orientiert und in einem jüdischen Getto in Polen spielt, ist beispielhaft für das Hin und Her politischer Einflussnahme auf DEFA-Produktionen. Ursprünglich sollte dieser Film bereits 1966 realisiert werden. Dies scheiterte aber an der fehlenden Erlaubnis für die Dreharbeiten in Krakau und an der Strafversetzung des Regisseurs Frank Beyer an das Dresdner Theater, nachdem sein umstrittener Film Spur der Steine 1966 in die Kinos gekommen war. Erst nachdem Jurek Becker sein Drehbuch zu einem (erfolgreichen) Roman verarbeitet hatte, ging der Film 1974 in die Produktion. Es war der einzige DDR-Film, der jemals für den Oscar in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film nominiert wurde.

 

Regie: Frank Beyer;

Drehbuch: Jurek Becker, Frank Beyer

Kinopremiere am 17.4.1975 im Berliner Filmtheater "Kosmos" mit dem Mitglied des Politbüros und Sekretär des ZK der SED Werner Lamberz (2.v.r.) und dem Regisseur Frank Beyer (Mitte) sowie den Darstellern Vlastimil Brodsky und Jana Brejchova. Foto: Joachim Spremberg/ADN-ZB (Bundesarchiv Bild 183-P0417-0017)
Eintritt: freiSpende erbeten

 

Veranstaltungsort:

Filmraum

Müggenkampstraße 45

Dienstag, 26. Februar 2019, 20:15 UHR

Ecke Schönhauser (1957)

Filmseminar mit Einführung im Rahmen unserer Verstantaltungsreihe:

Zwischen „Volksmassen“ und „Persönlichkeit“- Menschenbilder im sozialistischen Film der DDR 1954-1980



Berlin. Ein paar „Halbstarke“ treffen sie 1956 täglich unter den U-Bahn-Bögen der Eberswalder Straße in Prenzlauer Berg. Hier, Ecke Schönhauser, vertreiben sie sich ihre Langeweile und vergessen für einige Zeit die Probleme, die sie zu Hause erwarten. Der Film, ohne Genehmigung der DDR-Behörden gedreht und am 30. August 1957 im Ostberliner Kino Babylon uraufgeführt, zeichnet das Porträt einer haltlosen, verunsicherten Generation. Auch in der DDR gab es ein „Jugendproblem“, hervorgerufen durch Perspektivlosigkeit, gesellschaftliche Konventionen und mangelnde Fürsorge im Elternhaus. Mit mehr als 1,5 Millionen Zuschauern in nur sechs Wochen traf der Film offenbar den Nerv des jungen ostdeutschen Publikums und ist bis heute ein Filmklassiker der DEFA.

 

Regie: Gerhard Klein;

Drehbuch: Wolfgang Kohlhaase

Das Berliner Babylon, Premierentheater des Films.
Foto: Andreas Praefcke (commons.wikimedia.org CC BY 3.0)
Eintritt: freiSpende erbeten

 

Veranstaltungsort:

Filmraum

Müggenkampstraße 45

Dienstag, 12. Februar 2019, 20:15 UHR

Ernst Thälmann - Sohn seiner Klasse (1954)

Filmseminar mit Einführung im Rahmen unserer Verstantaltungsreihe:

Zwischen „Volksmassen“ und „Persönlichkeit“ - Menschenbilder im sozialistischen Film der DDR 1954-1980



Der Film kann als einer der wichtigsten Propagandafilme der DDR gelten. Gedreht in der Tradition sowjetischer Monumentalfilme, ging er auf eine persönliche Intervention Walter Ulbrichts zurück, der die Filmschaffenden ermahnt hatte: „Die DEFA sollte dazu übergehen, Filme über den Kampf um den Aufbau der Grundlagen des Sozialismus zu bringen“ und „hervorragende Persönlichkeiten der Geschichte unseres Volkes in ihrem Schaffen darstellen“. Die ausdrucksvollen Bilder des Films vermitteln angebliche historische Wahrheiten, aber inhaltlich spiegeln sie nur die „parteiliche Sicht auf die Geschichte“ durch die Parteiideologen wider.

 

Regie: Kurt Maetzig, Johannes Arpe;

Drehbuch: Michael Tschesno-Hell, Willi Bredel

Filmplakat 1954
Abbildung: Progress-Filmprogramm 10/54
Eintritt: freiSpende erbeten

 

Veranstaltungsort:

Filmraum

Müggenkampstraße 45