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veranstaltungsreihe

Gedenkmonat 2019

Dienstag, 21. Mai 2019, 19:30 UHR

Die Ossag als Pionier der „weißen Öle“

Entwicklung - Produkte – Gründer 1880-1947

Vortrag von Eva Pietsch



Ob für den Maschinen-, Eisenbahn- oder Automobilbau: Die Nachfrage nach industriellen Schmierstoffen und Maschinenfetten wuchs in der „Zweiten Industriellen Revolution“ seit den 1880er-Jahren rasant. Anhand der 1903 in Hamburg gegründeten Ölwerke Stern-Sonneborn AG (Ossag) und ihres Vorgängerbetriebs stellt der Vortrag die Mineralölindustrie als Start-up-Sektor innerhalb der deutschen Wirtschaft vor. Die jüdischen Gründerunternehmer, innovative Produktentwickler im deutschen und europäischen Schmierstoffmarkt, bauten dabei den Standort Hamburg konsequent zum Firmensitz mit eigenen Raffinerien, Laboren und Verwaltungsgebäuden aus.

 

Erzählt wird auch das Schicksal der Gründerpersönlichkeiten Leo Stern (1858–1943) und Jacques Sonneborn (1863–1936), deren Familien für Jahrzehnte als angesehene Bürger Hamburgs und der jüdischen Gemeinde hier ihren Lebensmittelpunkt besaßen, den sie durch rassistische Verfolgung im Nationalsozialismus verloren.

 

Ossag-Reklamemarke für Aero-Öl,
Hamburg (1910 - 1914).
Foto: Roman März, Jüdisches Museum Berlin, 2015/345/0, Schenkung von Peter-Hannes Lehmann

 

Dr. Eva Pietsch (Herford), Historikerin, Studium in Deutschland und den USA, Promotion in Bielefeld, Publikationen zur amerikanischen und deutschen Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, arbeitet jetzt im Schuldienst von Nordrhein-Westfalen.

Eintritt: freiSpende erbeten

Montag, 27. Mai 2019, 18:30 UHR

„Wer waren die 999er?“

Strafsoldaten in Wehrmachtsuniform

Lesung und Bericht von Ursula Suhling



 

Ursula Suhling berichtet über die Strafsoldaten, die in Hamburg vom Hannoverschen Bahnhof deportiert wurden. Sie ist die Tochter von Carl und Lucie Suhling, die beide im Widerstand aktiv waren. Carl Suhling kam im „Bewährungsbataillon 999“ ums Leben. Lucie Suhling blieb im Nachkriegsdeutschland weiterhin widerständig.

 

Cover: VSA-Verlag

Ursula Suhling, geb. 1933 in Hamburg. Publikationen: „999er Strafsoldaten“ (2014), „Wer waren die 999er?“ (2017).

Eintritt: freiSpende erbeten

 

Eine Veranstaltung der VVN-BdA Hamburg-Eimsbüttel in Kooperation mit der Geschichtswerkstatt Eimsbüttel

Dienstag, 04. Juni 2019, 19:30 UHR

Der Eimsbütteler Velocipeden-Reit-Club

Zur Frühgeschichte des Radfahrens in Hamburg

Vortrag von Lars Amenda



1869 erreichte eine Mode aus Paris das ferne Norddeutschland. Das vélocipède, jenes schwere Gefährt mit Tretkurbeln, sorgte auch in  Hamburgs bürgerlichen Kreisen für Furore. Findige Maschinenfabrikanten wie die Schlüters aus Pinneberg stellten eigene Velozipede her und gründeten – nicht ohne kommerzielle Interessen – einen eigenen Verein: den Eimsbütteler Velocipèden-Reit-Club.

 

Der Vortrag beleuchtet die Frühgeschichte des Fahrrads und des Eimsbütteler Vereins. Wer waren die Pioniere auf den „Knochenschüttlern“ und was trieb sie an? Wie reagierten staatliche Stellen auf diese völlig neue Art der individuellen Mobilität? Wieso verschwanden die Velozipeden schnell wieder?

 

Satzungscover von 1869
Abb.: Staatarchiv Hamburg

 

Dr. phil. Lars Amenda, Historiker und Autor in Hamburg, Vorstandsmitglied des Altonaer Bicycle-Clubs von 1869/80, der aus dem Eimsbütteler-Velocipeden-Reit-Club hervorging und im Frühjahr dieses Jahres sein 150-jähriges Jubiläum beging.

Eintritt: freiSpende erbeten